4:35 Uhr klingelte der Wecker. Zum ersten Mal in diesem Urlaub ging es sehr früh raus.
6 Uhr war Treffpunkt zu unserer gebuchten Snake River Tour, eine Schlauchboot Tour über den River mit Geschichte und hoffentlich vielen Tieren.
Punkt 6 fuhren wir mit weiteren 8 Leuten zur Abfahrtsstelle. Unser Guide hieß Andy und hat für diese Uhrzeit ne ziemlich gute Stimmung gemacht.
Natürlich haben wir dabei viel über den Fluss gelernt, z.b. dass er nicht wegen Schlangen Snake River heisst, sondern die Indianer machten eine schlangenartige Bewegung und wollten damit sagen, dass sie bei den Wasserfällen wohnen. Doch der weiße Mann hat's falsch verstanden und deutete das Zeichen als Schlange.
Oder dass der Park ein ganz besonderer ist in dem Sinne, dass ihn die Einwohner nicht haben wollten, denn ein Park hat sehr strenge Auflagen. 1972 wurde der Park "gegründet", allerdings gingen dem ziemlich heftige Debatten und Streits voraus. Da man die Einwohner ja als Verbündete brauchte, wurden einzigartige Kompromisse geschlossen. So ist Grand Teton, der einzige Park in den USA welcher einen kommerziellen Flughafen hat, privaten Besitz und das Jagen erlaubt.
Ein besonderes Highlight war die Frage ob wir denn wüssten, warum Grand Teton, Grand Teton heisst? Wir schüttelten alle den Kopf. Als französische Trapper die Bergkette zum ersten Mal sahen, dachten sie sofort and große Titt.... äh.. Brüste! Ja, Grand Teton heisst große Brüste!
Die komplette Truppe schaute Andy etwas irritiert an...der meinte nur: Ja, sie müssen ziiiieeemlich einsam gewesen sein...wieder was gelernt! :)
So ließen wir uns treiben und sahen neben einem Weißkopfseeadler, etlichen Entenarten, Pelikanen und Elks auch einen Coyoten.. War wirklich eine schöne Tour!
8:30 waren wir wieder zurück und brauchten erst einmal einen Kaffee. Das Ganze hat eigentlich nicht so lange gedauert, hat uns aber ein einmaliges Erlebnis gestohlen:
Als wir um 9 Uhr an dem Schauplatz von gestern vorbei kamen war mal wieder die Hölle los. Als wir fragten was los sei meinte einer der Umstehenden: Leute, es war der absolute Hammer.. Wie bei National Geographic.. Ein Wolfsrudel von 6 Wölfen hat da unten die Herde Elks angegriffen und gejagt, hat sogar eins erwischt und nun sind sie zum Fressen verschwunden.. So was hatte er noch nie gesehen.. Und das war keine 15 Minuten her....
Na super! Was soll ich sagen, der Kaffee hat mir danach nicht mehr geschmeckt.. :(
Wir rissen uns zusammen und fuhren weiter nach Jenny Lake, einem traumhaften See direkt unter den Tetons gelegen. Auf dem Hinweg dann mal wieder Stau. Grund diesesmal war ein Schwarzbär, der direkt neben der Strasse sein Frühstück suchte..
Am Jenny Lake wurde uns eine Wanderung empfohlen hinein in den Cascade Canyon. So packten wir den Rucksack, nahmen das Shuttelboat um auf die andere Seite des Sees zu kommen und machten erstmal einen Abstecher zu den Hidden Falls und zum Inspiration Point von wo auch der Wanderweg in den Canyon losging.
Die Wanderung war ein würdiger Abschluss unserer National Park besuche. Die 13 Meilen Tour barg hinter jeder Kurve ein eigenes Highlight..
Da ein Round Trip in den Bergen immer etwas länger ist (hier hätten wir 23 Meilen laufen müssen) und die Wege teilweise noch sehr gefährlich sind wegen Schnee und Eis, sind wir 6,5 Meilen hineingelaufen und dann eben den gleichen Weg wieder zurück. Aber im Vergleich zu anderen Touren, war der Weg hier wirklich super und der Rückweg genauso sehenswert wie der Hinweg.. Die letzten 8 Meilen musste ich mit unfreiwilliger Fußkühlung wandern, denn beim Überqueren eines kleinen Bachs auf dem Weg bin ich irgendwie auf einem Stein weggerutscht.. In nassen Socken laufen ist komisch!
Hier ein paar Eindrücke..
Anscheinend haben wir dieses Jahr auch wirklich großes Glück, denn neben diesem süßen Murmeltier haben wir auch einen jungen Elchbullen mit seiner Mama gesehen..
Aber der Hammer war wirklich als uns AUF dem Wanderweg eine riesige Elchkuh mit ihrem Jungen entgegenkam. Zum Glück waren wir gerade an einem Geröllfeld, so konnten wir uns etwas nach oben verdrücken und die Elche passieren lassen. Die nahmen das auch dankbar an und liefen so keine 2 Meter an uns vorbei.. Irre! Gänsehaut!
Etwas kaputt aber glücklich waren wir 5 Uhr wieder am Auto.
Das mit den Wölfen hat uns nicht so richtig los gelassen und da wir abends eh nach Biebern am Schwabacher Landing gucken wollten, dachten wir uns, wir stellen uns in der Zwischenzeit einfach an den berühmten Schauplatz und sehen was passiert, irgendwas passiert da ja immer..
Es zog sich ziemlich rasch zu, es fing auch an zu tröpfeln.
Wir waren nicht die Einzigen dort und während ich gar nicht erst aus dem Auto stieg (die Temperatur fiel um 10 Grad) und Jochen mit Fließpulli und Jacke mit dem Fernglas Position bezog, liefen die Amis in kurzen Hosen und T-Shirts draussen auf und ab..
Die Lichtung vor uns war leer.. Nur manchmal kam ein einzelner Elk zum grasen vorbei.. Aber wir beschlossen nicht einfach aufzugeben, schliesslich war das unsere letzte Chance auf Wildnis.
Irgendwann meinte Jochen, ich solle mal schauen was das da hinten für ein schwarzer Fleck ist... Ich guckte, sah Jochen an und dann brüllten wir: WOLVE!
Auf einmal hatten wir Scharen von Leuten um uns die den genauen Standort des Wolfes wissen wollten. In der Zwischenzeit gesellten sich zum dem einen riesigen, humpelnden Alphatier (er wird von den Besuchern liebevoll Limpy genannt - Humpler) noch 3 weitere helle Wölfe.. Sie nahmen die Witterung der mittlerweile wieder verschwunden Elks auf und wollten anscheinend jagen. Doch leider waren keine Beutetiere anwesend, sonst hätten wir bestimmt auch eine Jagd gesehen.. so genossen wir diese fantastischen Tiere.
Nachdem sie die Lichtung verliessen, brachen auch wir auf, sagten Tschüß zum Grand Teton.. Für dieses Jahr.. :)
Auf dem Weg zurück zum Motel hielten wir wie geplant noch einmal am Schwabacher Landing an um nach Bibern zu schauen.
Die haben wir zwar leider nicht gesehen, dafür ein paar kleinere, großartige Tiere und da es um den kleinen See komplett windstill war, konnte ich mich mal wieder treiben lassen und gefühlte 200 Fotos schießen.. ;)
Doch die Moskitos sorgten schnell wieder dafür, dass wir das einzigartige Biotop in Frieden ließen. Mit viel Zufriedenheit im Herzen verlassen wir morgen die Parks und auch Wyoming, denn es geht zurück nach Montana wo wir das Wochenende mit Sylke und Derek verbringen werden.
So sieht der Plan aus:
Jochen und ich nehmen auf dem Weg zum Treffpunkt mit Sylke und Derek am Freitag noch den Bannack State Park mit, dort gibt es eine Geisterstadt und man kann wahrscheinlich Gold schürfen!
Abends treffen wir uns in der Jackson Hot Spring Lodge in Jackson MT. Dort lecker Abendessen und in die Hot Springs..
Dann Samstag Aufbruch Richtung Missoula, unterwegs eine Wanderung mit der süßen Lucy und dann abends im Garten grillen und chillen..
Sonntag ab auf den Fluss zum Kanufahren..
Ja, und Montag geht es schon auf Richtung Vancouver, unserer letzten Station...
Stay tuned!
Highlight des Tages:
Der Teton ist ein kleiner aber unglaublich schöner Park. Ich glaube durch den Yellowstone steht es immer etwas im Schatten, aber dieser Park mit seinen Wandermöglichkeiten und den Wildnis Beobachtungsmöglichkeiten ist ein absolutes Highlight für sich!




































Eure Bilder sind einfach genial. Macht Spaß "mit euch zu reisen" Um das Elch-Erlebnis beneide ich euch so richtig. Ich wünsche euch noch schöne Tage. Liebe Grüße, Christiane.
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